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Aktuell  22.11.2017

Gezielte Fake-News

Zeitungen, die gefälschte Protokolle zeigen. Wahlen, die durch Fake News bestimmt sind. Und Unternehmen, die mit Lügen Geld verdienen. Sogar viele Staaten machen Meinung über Falschinformationen.

Immer mehr Regierungen fälschen Nachrichten, heuern Bots an und bezahlen Kommentatoren. Vor einem alarmierenden Anstieg warnt die US-amerikanische Menschenrechtsorganisation Freedom House in ihrem aktuellen Bericht. Demnach betreiben mittlerweile 30 Staaten im Internet gezielte Manipulationen.

Für die Erhebung der Daten haben die Forscher die Internetfreiheit in 65 Ländern analysiert. Darunter fanden sie 30 Regierungen, die eine Art von Manipulation entwickelt haben, um den Informationsfluss im Internet zu stören. 2016 waren es nur 23. Diese Manipulation besteht in den meisten Fällen aus bezahlten Kommentatoren, Trolls, Bots, gefälschten News-Webseiten und gezielter Propaganda.

'Die Nutzung von bezahlten Kommentatoren und politischen Bots, die Propaganda der Regierung teilen, wurde mal von China und Russland bestimmt. Nun ist es ein globales Problem. Die Auswirkungen auf Demokratie dieser sich schnell im Umlauf befindenden Techniken, sind potenziell zerstörerisch', sagt Freedom-House-Präsident Michael Abramowitz. Es sei jedoch wesentlich schwieriger diese neue Art von Manipulation zu entlarven, als beispielsweise simpel geblockte Websites zu entdecken.

Regierungen geben sich viel Mühe, das Internet unter Kontrolle zu behalten. Die NGO-Mitarbeiter fanden heraus, dass etwa die Philippinen eine Vielzahl von Angestellten haben, die für zehn Dollar pro Stunde bestimmte Meinungen im Social Web forcieren. Die Türkei soll etwa 6.000 Menschen angestellt haben, um Opponenten in sozialen Netzwerken entgegenzuwirken.

'Die Lösung gegen Manipulation und Desinformationen liegt nicht darin, Websites zu zensieren, sondern darin, Bürger auszubilden, wie man gefälschte Nachrichten und Kommentare erkennt. Demokratien sollten sicherstellen, dass die Quellen politischer Werbung im Internet genauso transparent sind wie auch offline', so Kelly. Freedom House zeigt sich zudem besorgt darüber, dass VPNs immer häufiger eingeschränkt zur Verfügung stehen. Mit VPNs können User beispielsweise lokale Zensur umgehen.

Fake News gegen Unternehmen

Spionage und gezielt lancierte Falschmeldungen machen jedem dritten deutschen Unternehmen zu schaffen, wie der aktuelle 'Future Report' der Münchner Sicherheitsberatung Corporate Trust zeigt. 'Gestohlenes Know-how und manipulierte Nachrichten sind eine ernstzunehmende existentielle Gefahr für unsere Wirtschaft', kommentiert Corporate-Trust-Chef Christian Schaaf die Studie, für die etwa 3.300 Firmen befragt wurden, gegenüber pressetext.

Die Lage ist brisant. So entscheiden Informationen heute über den Erfolg und Misserfolg von Unternehmen und Projekten. 'Der Kampf darum ist bereits in vollem Gange', warnt Schaaf uind fügt hinzu: 'Gefälschte Nachrichten können zum Beispiel Börsenkurse beeinflussen, den Ruf eines Unternehmens schädigen sowie geplante Projekte oder Firmenübernahmen torpedieren.'

Gemeinsam mit dem Bayerischen Verband für Sicherheit in der Wirtschaft und der Brainloop AG hat Corporate Trust die zehn wichtigsten Sicherheitstrends der Zukunft für Deutschland ermittelt. Einer der verblüffendsten Zukunftstrends ist die Fusion von IT-Technologie mit menschlicher Biologie. 'Hier entsteht ein völlig neuer Tummelplatz für Verbrecher', sagt Schaaf.

PINs und Passwörter werden durch das unerlaubte Abfangen von Gehirnströmen schon bald nicht mal mehr in den Köpfen der Menschen sicher sein, heißt es. Terroristische Anschläge werden künftig auch im Internet stattfinden - mit heute noch unvorstellbaren Folgen. Smarte Geräte können können gefährlich werden - zum Beispiel, wenn die vom Fitness-Armband gesammelten Gesundheitsdaten oder die vom Roboterstaubsauger gespeicherten Wohnungsbilder in kriminelle Hände gelangen.

'Bürger, Staat und Wirtschaft müssen sich rüsten, um unsere Gesellschaft vor all diesen neuen Herausforderungen zu schützen', unterstreicht Schaaf im pressetext-Gespräch. Weitere Ergebnisse des Reports: Mehr als die Hälfte der Unternehmen (51,6 Prozent) wurden schon einmal zur Zielscheibe der Organisierten Kriminalität, etwa durch manipulierte E-Mails, Social Engineering, komplexe Cyber-Angriffe und andere Angriffstechniken.

Etwa ein Drittel der Unternehmen (32,4 Prozent) war bereits von einem Terroranschlag betroffen. Zwar kam es nur in den seltensten Fällen zu einem Personenschaden, aber 16,1 Prozent klagten über den Ausfall des Öffentlichen Personennahverkehrs und 13 Prozent hatten mit Projektverzögerungen zu kämpfen.

Die Digitalisierung der Gesellschaft bringt neue Herausforderungen: Die Befragten sehen dabei unter anderem die Gefahr des Zusammenbruchs kritischer Infrastrukturen (74 Prozent) und Manipulation/Sabotage durch fremde Staaten (54,7 Prozent). Aber auch für die Privatsphäre im 21. Jahrhundert wird es eng: So wichtig Datenschutz auch ist - den Weg, den Europa dabei mit strengen Gesetzen eingeschlagen hat, halten mehr als die Hälfte der befragten Unternehmen (58,7 Prozent) für 'risikobehaftet beziehungsweise sogar kritisch'.

Für Spionage gilt: Dass Know-how 'Made in Germany' ein gefragtes Gut ist, wird immer wieder deutlich. Ein Drittel der befragten Unternehmen (29,1 Prozent) wurden in den vergangenen drei Jahren Opfer von Spionage oder Informationsabflüssen. Die Dunkelziffer ist dabei vermutlich hoch: Weitere 25,6 Prozent wussten nicht, ob sie schon einmal betroffen waren.

pte/red

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#Fake News #Internet #Staaten #Regierung #Politik


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