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Aktuelles  21.02.2019 (Archiv)

Kinderarmut durch Brexit

Die Kinderarmut in Großbritannien wird auf ein neues Allzeithoch klettern.

Laut Experten des Londoner Think Tanks Resolution Foundation könnten bis 2024 eine Mio. Kinder und Jugendliche mehr als heute unter der Armutsgrenze leben. Schuld daran sollen vor allem stagnierende Gehälter, die regressive Steuerpolitik, empfindliche Kürzungen bei Wohlfahrtsleistungen und die Nachwehen des Brexit-Referendums sein. Um dieses Schreckensszenario abzuwenden, müsse die Regierung schnell handeln und Prioritäten setzen.

'Britische Haushalte müssen sich mit der Aussicht eines stagnierenden Lebensstandards abfinden, während sich die Zahl der Kinder, die in Armut leben, auf Rekordkurs befindet', heißt es im aktuellen Bericht 'Living Standards Outlook 2019' der Resolution Foundation. Im Vergleich zu Zeiten vor dem Brexit-Votum, würde jeder durchschnittliche Haushalt im Land heute aufs Jahr gerechnet mit 1.500 Pfund (rund 1.729 Euro) weniger auskommen müssen. 'Weil die Wirtschaft bei den Gehältern nicht aus dem ersten Gang herauskommt, besteht ein großes Risiko, dass die Haushaltsbudgets auch in den nächsten fünf Jahren nicht ansteigen werden', meint Adam Corlett, Senior Economic Analyst beim Think Tank.

Besonders hart treffe diese Entwicklung Familien mit niedrigen und mittleren Einkommen. 'Die kontinuierlichen Kürzungen bei Wohlfahrtsleistungen lassen die Einkommensverhältnisse hier sehr schnell äußerst prekär werden', erklärt der Experte. Die Konsequenzen könnten drastisch sein und dazu führen, dass die Mehrheit der Kinder in diesen Familien in relative Armutsverhältnisse abrutschen. 'Die Haushaltsbudgets im unteren und mittleren Einkommensbereich könnten 2024 nicht höher liegen als 20 Jahre zuvor', kritisiert Corlett.

Doch noch sei nicht alles verloren, betont man bei der Resolution Foundation. 'Es gibt eine ganze Reihe von Möglichkeiten, wie Großbritannien diese düstere Zukunft abwenden kann', lässt der Think Tank wissen. Zum Beispiel könnte die Regierung bei den Nominalgehältern ansetzen und diese um ein Prozent anheben lassen. Außerdem könnte man auch versuchen, die positive Beschäftigungsquote der vergangenen zwei Jahre aufrechtzuerhalten. 'Das könnte das typische Einkommen innerhalb der nächsten fünf Jahre um 2,6 Prozent anheben', heißt es.

Im Moment sei es allerdings generell nur sehr schwer möglich, einen konkreten Blick in die wirtschaftliche Zukunft Großbritanniens zu werfen. 'Hoffentlich werden wir am Ende positiv überrascht sein. Welche Richtung die Wirtschaft aber auch immer einschlägt, die Regierung muss die Kürzung der Wohlfahrtsleistungen neu bewerten und die Reduktion von Kinderarmut weiter oben auf ihre Prioritätenliste setzen', so das Fazit der Experten.

pte/red

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#Brexit #Kinder #Armut



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