Pensionssystem-Rechner
Modell-Rechner: Pensionssystem
journal.at | 05/2026
Unsere Pensionen sind sicher! Das Pensionsalter muss angehoben werden! Die Alterspyramide verschiebt die Beitragsrechnung ins Unleistbare! Solche Meldungen und Argumente fluten die Diskussion und verdecken die eigentlichen Erkenntnisse. Wir haben daher eine Spielwiese geschaffen, um selbst herauszufinden, wie es mit den Pensionen unter verschiedenen Grundbedingungen weitergehen wird.
Basis der Visualisierung sind aktuelle Daten der Statistik Austria zur Veränderung der Bevölkerungsstruktur in den nächsten Jahren anhand eines wahrscheinlichen und plausiblen Verlaufs – wenn keine großen Ereignisse diese Struktur beeinflussen, dürften die nächsten Jahrzehnte so schon ganz gut abgebildet sein. Die Balken zeigen die Anzahl der Österreicher pro Jahr.
Mit den Eingabemöglichkeiten oben kann man das Berufseinstiegsalter (alles im Durchschnitt) und damit die Ausbildung davor definieren, genauso auch das Pensionsantrittsalter. Die vorausgewählten Werte entsprechen in etwa den heutigen Daten. Dazu nehmen wir eine Arbeitslosenquote und jene Mengen, die keinem Erwerb nachkommen, in Prozent an – also heute etwa ein Viertel der Personen im erwerbsfähigen Alter.
Klickt man einen Balken, kann man sich Details zu dem Jahr errechnen lassen. Hier werden dann auch Euro-Bewertungen vorgenommen, Maßstab ist der heutige Bezug (also nicht inflationsangepasst und wertbereinigt, also „nach heutigem Euro-Wert“ vorstellbar). Auch Strukturänderungen werden hier nicht berechnet (Anteil Beamten, Bauern… an der Gesamtbevölkerung). Man erkennt aber wie viele Pensions-Beitragszahler welchen Beitrag leisten (mit heutigem Anteil von ca. 23% des Einkommens), wie viel Pensionen ausgezahlt werden (über Durchschnitt hochgerechnet) und damit auch die Lücke, die alleine hier aus dem Budget zugeschossen werden muss.
Und nun kann man in diesem System „spielen“, also etwa eine andere Arbeitslosenquote berechnen, den Jungen mehr Ausbildung geben oder das Pensionsantrittsalter senken bzw. heben. Die Auswirkungen im gewählten Jahr sind sofort sichtbar. Es geht dabei weniger um die Absolutzahl als um die Auswirkung an sich.
Annahmen: Die notwendige Ausbildung wird durch die KI mehr („2 Jahre Junior-Einstieg wird ins Schulsystem geschoben“), die Arbeitslosigkeit durch Robotik größer, die Erwerbsquote insgesamt daher kleiner. Mit welchem Hebel schaffen wir es, das Budget nicht zu sehr zu belasten?
Zur Einordnung: Unser Bundesbudget bewegt sich im Bereich von 100 bis 120 Mrd. Euro – als Eckpunkte: 13 Mrd. sind uns die Bildung wert, 7 Mrd. die Infrastruktur, 4 Mrd. die Landesverteidigung. Unser gesamtes Budgetdefizit entspricht in der Dimension der Zuzahlungen im Pensionssystem. Damit kann man den Zuschuss (also das, was zusätzlich zur Versicherungsleistung im Umlagesystem der Generationen erforderlich ist) ganz gut einordnen.
Tipp: Wenn der Platz unterhalb zu klein zum Spielen ist, dann kann man den Rechner hier auch groß aufmachen. Und so gehts:
- Parameter oben wählen, die Balken zeigen die Prognose der Bevölkerung pro Jahr
- Ein Jahr anklicken, darunter erscheinen die Modelldaten zum Pensionssystem in Österreich
- Parameter ändern und Auswirkungen in den Jahren beobachten
Ganz unten gibt es noch Antworten auf die üblichen Fragen zum Modell und ein paar Erkenntnisse bzw. Annahmen.
Viel Spaß beim Probieren und Rechnen mit den Pensionsdaten…
Woher sind die Daten?
Datenquellen sind hauptsächlich aus dem öffentlichen Datenmaterial der Statistik Austria. Dazu kommen Budgetzahlen des Bundes umgelegt auf das ASVG-Pensionssystem und auf die Prognose projiziert. Daten werden nicht inflationsbereinigt oder auf Wert indiziert, gelten also im heutigen Maßstab und Wertesystem (anschaulich, „wie heute“). Daten sind weitgehend mit Jahresendwerten 2025 aktualisiert, das Modell mit 2023 aufgestellt und 2026 hinsichtlich Hebelwirkungen korrigiert – mit natürlicher (Roland M. Kreutzer, Tripple) und ergänzend künstlicher (Gemma, OpenAi, Qwen) Intelligenz verifiziert.
Sind die Daten exakt?
Es sind Prognosedaten und Modellannahmen, die zwar die Dimensionen gut zeigen, aber im Einzelpunkt nicht exakt sind oder sein müssen. So ist etwa das Einfließen von Beamtenpensionen (die anders gerechnet werden) oder der Einfluss von anderen Pensionsstrukturen (Bauern, Selbstständige, …) bewusst ausgeklammert worden, da der Erkenntnisgewinn gering ist, auch wenn der Budget-Einfluss etwa von Beamtenpensionen absolut groß ist.
Was kann man erkennen?
Unser Pensionssystem im Umlageverfahren braucht viele arbeitende Menschen im erwerbsfähigen Alter im Verhältnis zu den Pensionsbeziehern darüber. Der eigentliche Hebel hierbei ist das echte durchschnittliche Pensionsantrittsalter.
Welche Annahmen kann man zu den Parametern treffen?
KI ersetzt Berufseinsteiger, die notwendige Erfahrungen und Ausbildung künftig eher im Schulsystem erhalten müssen – die heute bis 19 laufende Ausbildung wird dann eher bis 21 im Schnitt laufen. Arbeitslosenquoten werden durch Robotik eher nicht kleiner, der Anteil an jenen, die Einkommen erwerben, wird eher geringer (Arbeitslosenzahlungen sind nicht Teil des Modells, aber die Änderung der Erwerbsquote). Politisch und gesellschaftlicher Hebel ist also der Schieberegler der durchschnittlichen Pensionsantrittsalter (derzeit bei rund 61 Jahren).
Wie sieht die Zukunft aus?
Offensichtlich müssen immer weniger Arbeitende immer mehr Pensionisten „erhalten“. Der Zuschuss aus dem Bundesbudget, der jetzt schon hoch ist, wird weiter steigen, weil die Generationen-Umlage bei unseren hohen Arbeitskosten kaum Spielraum bietet. Schon jetzt ist der Anteil, der aus dem Budget gestemmt wird, hoch – will der Staat handlungsfähig bleiben, muss dieser Anteil im Gleichgewicht bleiben. Ohne Eingriff steigen die Kosten sonst enorm an.
Ist das Pensionssystem sicher?
Ja, wenn es angepasst wird. Der wichtigste Hebel ist das Pensionsantrittsalter. Das ist auch der einzig realistische Hebel im System, wie die Modelldaten zeigen.
Kritik an dem Modell oder den Ergebnisdaten?
Gerne! Direkter Kontakt via LinkedIn oder per Posting in einem der Discord-Foren ist immer möglich und erwünscht! Ganz oben auf der Seite gibt es noch weitere Social-Media-Profile.

