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Journal.at Kurzmeldungen
Aktuelles  24.06.2010 (Archiv)

Digitale Printprodukte keine Rettung

Zahlreiche Verlagshäuser und Medienmacher haben große Hoffnungen in den aufkeimenden Markt für E-Paper und digitale Zeitschriften gesetzt. Vorerst gibt das Geschäft mit kostenpflichtigen Apps und Zeitungs-Downloads aber keinen Anlass zur Euphorie.

Wie die Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsgesellschaft PricewaterhouseCoopers (PwC) aufzeigt, bleiben digitale Versionen von Printmedien noch Nischenprodukte, die Verlagen allenfalls langfristig und nur allmählich aus der Werbekrise helfen. Der Auflagenschwund könne zwar mittelfristig abgebremst, nicht aber gestoppt werden.

'Es dauert noch, bis sich der Markt entfaltet', erklärt PwC-Managerin Christina Müller im Gespräch mit pressetext. Zwar werden insbesondere Tablets und ihren Herstellern in den nächsten Jahren starke Geschäfte prognostiziert. Bisher sind aber erst wenige Endgeräte auf dem Markt verfügbar. Angebote und Applikationen müssten erst entwickelt werden. So gebe es etwa für Apples iPad erst rund 11.000 Apps. 'Die Verlage arbeiten mit Hochdruck daran', meint die Expertin gegenüber pressetext. Umsätze seien in weiterer Folge aber erst zu generieren.

In kostenpflichtigen digitalen Angeboten suchen immer mehr Verleger eine neue Erlösquelle, um sich unabhängiger vom Geschäft mit Werbeanzeigen zu machen. In der Krise waren die Einnahmen eingebrochen, erholen sich PwC zufolge aber nur schleppend. Bis 2014 sollen die Gesamterlöse von Verkauf und Anzeigen bei Zeitungen und Publikumsmagazinen gegenüber dem Vorjahr zwar um 3,5 Mrd. auf 94,5 Mrd. Dollar steigen. Damit werde das Vorkrisenergebnis aus 2007 jedoch um über acht Mrd. Dollar verfehlt.

Die Auflagen von Zeitungen und Zeitschriften werden der Prognose zufolge bis 2014 weiter schrumpfen. Daran würde auch das E-Paper nicht viel ändern. In der EMEA-Region sei etwa mit einem durchschnittlichen Rückgang der Zeitungsauflagen um 1,1 Prozent auf rund 139,1 Mio. Exemplare pro Tag zu rechnen. Die Erlöse würden angesichts höherer Verkaufspreise dennoch steigen. Deutlich werde die starke Online-Konkurrenz auf dem US-Markt, wo die täglichen Auflagen von 53 Mio. Exemplaren im Jahr 2005 über schätzungsweise 40 Mio. Stück 2010 bis auf 35 Mio. Zeitungen in vier Jahren schmelzen sollen.

pte

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#Zeitungen #Wirtschaft #Krise



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